21.07.2026

Timo Strache: Zwischen Hörsaal und Heimrennen

Timo Strache studiert Maschinenbau an der HsH und steht kurz vor einem besonderen Wettkampf: Am Freitag, 24.Juli, tritt der Ruderer bei den German Finals in Hannover an. Für den gebürtigen Hannoveraner ist das Rennen auf dem Maschsee nicht nur sportlich etwas ganz Besonderes.

Am Freitag trittst du bei den German Finals in Hannover an. Was bedeutet dir dieser Wettkampf und wie ist deine aktuelle Gefühlslage?
Das bedeutet mir sehr viel. Es ist etwas Besonderes, die Finals in Hannover auszutragen – an meinem Heimstandort. Ich habe auf dem Maschsee das Rudern gelernt, trainiere dort regelmäßig und freue mich, genau dort bei einem so großen Wettkampf an den Start zu gehen. Ich merke aber auch, dass ich von Tag zu Tag nervöser werde, je näher der Renntag rückt.

Ist der Heimvorteil für dich eher ein Vorteil oder eher zusätzlicher Druck?
Ich glaube, beides. Den Maschsee kenne ich sehr gut, das kann helfen. Am Ende zählt aber, was man im Rennen abrufen kann. Außerdem sind viele Freunde, Familie und Bekannte vor Ort – das hatte ich im letzten Jahr nicht. Das gibt mir zusätzliche Motivation.

Du hast die Finals im vergangenen Jahr gewonnen, trittst also als Favorit an. Wie gehst du mit diesem Druck um?
Auch wenn ich schon im letzten Jahr zu den Favoriten gehörte, ist der Druck diesmal noch einmal größer. Aber wenn man vorne mitmischt, gehört das dazu. Ich versuche, Druck nicht als etwas Negatives zu sehen, sondern als Ansporn. Ich habe in den letzten Wochen viel trainiert und fühle mich gut vorbereitet. Das hilft enorm, weil man mit einer guten Form auch selbstbewusster in den Wettkampf geht.

Du studierst Maschinenbau an der HsH. Hilft dir die Erfahrung aus dem Sport auch im Studium, etwa in Prüfungssituationen?
Auf jeden Fall. Für mich ist der Umgang mit Druck in beiden Bereichen sehr ähnlich: Man kann sich so gut wie möglich vorbereiten, aber im entscheidenden Moment nichts mehr ändern. Dann geht es darum, ruhig zu bleiben und das abzurufen, was man sich erarbeitet hat. Genau dieses Ruhig-Bleiben hilft mir im Wettkampf genauso wie in Prüfungen.

Wie schaffst du es, Studium und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen?
Das ist nicht immer einfach. Im Wintersemester komme ich meistens besser voran, weil die sportlichen Höhepunkte im Sommer liegen und ich dort dann oft beschäftigter mit dem Sport bin. Manchmal schaffe ich viele Credits, manchmal weniger. Beides gleichzeitig zu 100 Prozent geht nicht. Rudern ist ein Ausdauersport, der viel Zeit und Energie braucht. 

Dein Vater ist Maschinenbau-Ingenieur, hat das deinen Weg zum Maschinenbau beeinflusst?
Sicherlich ein Stück weit. Ich war schon immer technikinteressiert und habe viel nachgefragt. Mein Vater konnte mir vieles erklären, dadurch habe ich früh ein gutes Grundverständnis entwickelt. Dass ich an der HsH studiere, passt für mich auch wegen der Nähe zum Maschsee, zum Verein und zum Olympiastützpunkt sehr gut.

Welche Ziele verfolgst du in den kommenden Jahren, sowohl im Sport als auch im Studium an der Hochschule Hannover?
Kurzfristig möchte ich bei den Finals in Hannover ein gutes Rennen fahren. Langfristig ist mein Ziel, mich für die Olympiamannschaft 2028 zu empfehlen. Nächstes Jahr wird dafür entscheidend. An der HsH möchte ich auf jeden Fall meinen Bachelor abschließen – auch wenn das durch den Sport etwas länger dauern kann.

Dann bleibt nur noch, dir viel Erfolg für die Finals in Hannover sowie für deinen weiteren Weg an der HsH zu wünschen.
Vielen Dank.