Antidiskriminierungsstelle der Hochschule Hannover
Die Antidiskriminierungsstelle der Hochschule Hannover unterstützt Hochschulangehörige bei Diskriminierungserfahrungen und setzt sich für ein respektvolles, sicheres und diskriminierungssensibles Hochschulumfeld ein.
Die Antidiskriminierungsstelle
- berät vertraulich
- bietet Orientierung
- informiert über Unterstützungs- und Handlungsmöglichkeiten
- organisiert Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen.
Informationen
Die Hochschule Hannover hat eine Antidiskriminierungsstelle eingerichtet, die Anlaufstelle für alle Mitglieder der Hochschule ist, die Diskriminierung, Benachteiligung oder Gewalt erfahren oder beobachtet haben. Ziel der Stelle ist es, Menschen mit Diskriminierungserfahrung zur Seite zu stehen und ein respektvolles, sicheres und diskriminierungssensibles Hochschulumfeld zu fördern.
Die Antidiskriminierungsstelle versteht sich grundsätzlich als Anlaufstelle für alle Formen und Dimensionen von Diskriminierung. Sie besteht aus einem Team. Diese Struktur ermöglicht sowohl eine fachliche Spezialisierung als auch eine kollektive Zusammenarbeit. Jede der Personen bringt eine besondere Expertise zu einem spezifischen Diskriminierungsbereich ein - Rassismus, Antisemitismus sowie sexualisierte Diskriminierung und Gewalt. So können Betroffene gezielt fachkundige Ansprechpartner*innen finden.
Die Mitarbeitenden beraten vertraulich, unterstützen bei der Einordnung von Vorfällen und informieren über mögliche Handlungs- und Unterstützungsangebote innerhalb und außerhalb der Hochschule. Die Inanspruchnahme der Beratung ist freiwillig und vertraulich.
Der Afrozensus ist die erste umfassende Studie zu Lebensrealitäten und Rassismuserfahrungen Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland. Im Workshop "Umgang mit Diskriminierung im Hochschulkontext – Sensibilisierung, Reflexion und Handlungsoptionen in Lehrsituationen mit Tarah-Tanita Truderung" im Rahmen des Tags der Lehre an der HsH wurde über diese Studie mit den Teilnehmenden gesprochen. Ein Wunsch der Teilnehmenden war, dass solche Studien, die Erfahrungen mit Anti-Schwarzem Rassismus umfassend auch im Bildungsbereich dokumentieren und konkrete Handlungsempfehlungen aufweisen, an der HsH bekannt gemacht werden. Diesen Impuls greifen wir als ADS gerne auf und werden nun fortlaufend auch über entsprechende Studien berichten.
Antisemitismus ist häufig nicht direkt erkennbar. Die Antidiskriminierungsstelle hat in Zusammenarbeit mit der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) ein Merkblatt erstellt mit Aussagen, die antisemitisch sind, um Menschen das Erkennen von Antisemitismus zu erleichtern. Zu dem Merkblatt gelangen Sie hier.
Antisemitische Vorfälle können zudem bei der RIAS gemeldet werden unter folgendem Link: report-antisemitism.de/report/
Das Team Konfliktklärung und Mediation bietet Mitarbeitenden der Hochschule konkrete Unterstützung bei der Konfliktbearbeitung an. Dies können Einzelgespräche über Konfliktsituationen bis hin zu einem strukturierten Mediationsverfahren sein. Ziel ist es, sich auf einer freiwilligen Basis zu einigen und Arbeitsbeziehungen konstruktiv zu gestalten. Die Mediator*innen der Hochschule Hannover schauen mit Ihnen gemeinsam, wie Sie unterstützt werden können. Der erste Schritt ist ein Gespräch.
Schreiben Sie eine Nachricht an die Mailadresse mediation(at)hs-hannover.de.
Vorstellung der Antidiskriminierungsstelle am 13. Mai 2026
Am 13. Mai 2026 fand der erste Antidiskriminierungstag der HsH in der Aula des Campus Linden statt. Nach den Grußworten der Vizepräsidentin Prof.in Dr.in Annika Schach stellte sich die Antidiskriminierungsstelle vor. Anschließend sprach Ursel Gerdes, ehemalige Mitarbeiterin der Antidiskriminierungsstelle der Uni Bremen und Expertin für Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen, in einem exzellenten Vortrag über die Herausforderungen und Voraussetzungen für eine erfolgreich Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen. Antonia Josefa sorgte danach mit ihrem Poetry Slam für Gänsehaut und zum Abschluss richtete sich noch Sabrina Rahimi, ehemalige HsH Studierende und Expertin im Bereich Rassismus, an das Publikum und sprach darüber, wie man Verbündete*r von Menschen werden kann, die von Diskriminierung betroffen sind.
Anschließend tauschten sich alle noch bei Fingerfood, warmen und kalten Getränken aus. Es war ein gelungener Auftakt der neuen Antidiskriminierungsstelle der HsH.
Das Schutzkonzept, das für den 1. Antidiskrimierungstag erstellt wurde und das als Vorlage für andere Veranstaltungen dienen kann, finden Sie hier.
Veranstaltungen
Wann: Mittwoch, 28. Oktober 2026, 18 - 19:30 Uhr
Wo: Raum 1J.0.01 im Studierendenzentrum, Standort Linden - zusätzliche Möglichkeit der Online-Teilnahme (Teams Link erscheint hier)
Anmeldung per E-Mail an: antidiskriminierungsstelle(at)hs-hannover.de
Antisemitismus war bereits vor dem 7. Oktober 2023 für Jüdinnen und Juden alltagsprägend. Seit den Massakern in Israel und dem darauffolgenden Krieg ist jedoch ein für die Geschichte der Bundesrepublik beispielloser und anhaltender Anstieg antisemitischer Vorfälle zu verzeichnen. Die damit einhergehende Dynamik und Mobilisierungskraft antisemitischer Ideologien ist auch in Niedersachsen und hier nicht zu Letzt auch an Hochschulen zu beobachten. Doch wie äußert sich dieser Antisemitismus konkret? Welche historischen Motive bestehen fort, und welche Neuen sind hinzugekommen? Welche Codes, Chiffren und Narrative dienen der Verschleierung und Verbreitung antisemitischer Ideologien?
Der Vortrag bietet eine Einführung in die Geschichte und Wirkungsmacht des modernen Antisemitismus und beleuchtet seine aktuellen Erscheinungsformen mit besonderem Fokus auf Niedersachsen. Anhand ausgewählter Beispiele aus der Dokumentation von RIAS werden Kontinuitäten und Brüche antisemitischer Erscheinungsformen aufgezeigt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Erkenntnissen des Jahresberichts antisemitischer Vorfälle in Niedersachsen 2025.
Helge Regner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Recherche und Informationsstelle (RIAS) Niedersachsen. Er ist zudem seit vielen Jahren in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit tätig.
Wann: Mittwoch, 03. November 2026, 10 - 16 Uhr
Wo: Raum 1J.0.01 im Studierendenzentrum, Standort Linden
Anmeldung per E-Mail an: antidiskriminierungsstelle(at)hs-hannover.de
Bei Antisemitismus und Rassismus besteht in Deutschland zumindest auf der Bekenntnisebene weitgehende Einigkeit, dass beide Phänomene abzulehnen sind. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass dieses Ernstnehmen häufig in Entweder-Oder-Logiken eingebettet ist und mit einer Positionierung für die eine oder andere Betroffenengruppe einhergeht. Nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg führt dies zu heftigen, emotionalen und stark polarisierten Kontroversen. Rasch stehen Vorwürfe von Antisemitismus und Rassismus im Raum, die eine differenzierte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Gewaltgeschichten erschweren, auch wenn die Abgrenzung von rassistischen und antisemitischen Positionen unbedingt notwendig bleibt. Oft entsteht so der Eindruck, eine zugleich rassismus- und antisemitismuskritische Perspektive auf den Israel-Palästina-Konflikt sei nicht möglich. Für Menschen in Lehre und Pädagogik, aber auch in anderen zivilgesellschaftlichen Feldern, die mit unterschiedlichen, scheinbar diametral entgegengesetzten Narrativen konfrontiert sind, hat dies problematische Folgen.
In dem eintägigen Workshop wollen wir erarbeiten, was Rassismus und Antisemitismus überhaupt sind, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sie prägen und wie sie auf dem Spannungsfeld ‚Sprechen über den Israel-Palästina-Konflikt‘ aufeinandertreffen. Zugleich sollen die Interdependenzen zwischen beiden Machtverhältnissen in den Blick genommen und ein aktiver und behutsamer Umgang mit den themenbezogenen Emotionen in Bildungssettings thematisiert werden, um eine verbindende Perspektive auf Rassismus und Antisemitismus zu stärken. Ziel ist es, die Teilnehmenden für beide Ungleichverhältnisse zu sensibilisieren und eine nichtpolarisierende und damit sowohl antisemitismus- und rassismuskritische Handlungssicherheit zu stärken.
In der Fortbildung ist uns wichtig, Erfahrungen von Antisemitismus und Rassismus seit dem 7. Oktober ernst zu nehmen und besprechbar zu machen, ohne selbst in Entweder-Oder-Logiken zu verfallen oder zu autoritären Zugriffen und gesellschaftlichen Instrumentalisierungsdynamiken beizutragen.
Referent*innen: Jules Alkanaan und Jonas Herms von BildungsBausteine e.V