10.08.2026

Wie man Verlorenes sichtbar macht & Pflanzenwachstum entschlüsselt – Zwei Bachelorarbeiten in der Ausstellung

Mit Lost Art Search von Alina Gießmann wird Kulturgutsuche dank KI intuitiv, GROWTH SPACE von Sarah Knauer wiederum übersetzt verborgene Wachstumsbewegungen von Pflanzen in ein direktes Gestaltungserlebnis. Beide Projekte sind ab sofort Teil einer dauerhaften Ausstellung.

Im Sommersemester 2026 entstanden im Studiengang Visuelle Kommunikation an der Fakultät III – Medien, Information und Design zwei interaktive Projekte, die nun dauerhaft im Creative Lab (Raum 2A.3.29) ausprobiert werden können:

Lost Art Search – Eine interaktive Anwendung zur Lost Art-Datenbank von Alina Gießmann. 

Die Lost Art-Datenbank ist ein zentrales Register für gestohlene Kulturgüter. Doch wer als Nachfahre, Erbe oder interessierte Person nach geraubten Kulturgütern sucht, scheitert oft an der rein textbasierten Suche, die präzise Fakten oder Metadaten voraussetzt. Erinnerungen an verlorene Objekte sind jedoch selten rein faktisch, sondern visuell und fragmentarisch. Lost Art Search schließt diese Lücke an der Schnittstelle von Design und Technologie. Das Projekt übersetzt die textlastige Datenbank in eine interaktive, explorative Anwendung. Mithilfe einer KI-gestützten, dialogischen Suche werden die subjektiven Erinnerungen der Nutzenden aktiviert und in komplexe Suchanfragen übersetzt. Somit wird der Datenbestand nicht nur intuitiv und visuell zugänglicher gestaltet, sondern ermöglicht auch den Abgleich von vagen Anhaltspunkten und neuen Informationen.

Alina Gießmann stellt ihre Bachelorarbeit auf der Jahrestagung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste „Zukunft der digitalen Provenienzforschung – Dreams and Realities“ vor. Sie findet am 6.–7. Oktober 2026 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg statt.

 

GROWTH SPACE – Eine interaktive Anwendung zum Thema Tropismen bei Pflanzen von Sarah Knauer.

Diese interaktive Anwendung übersetzt verborgene Wachstumsbewegungen von Pflanzen in ein direktes Gestaltungserlebnis. Diese Bewegungen werden Tropismen genannt und richten sich nach äußeren Reizen aus der Umwelt. Prozesse, die in der Natur Stunden oder Tage dauern, werden hier in Sekunden visualisiert und durch die Nutzerinnen und Nutzer aktiv beeinflussbar. Innerhalb eines dreidimensionalen Raums wächst eine abstrakte Pflanze, deren Form sich kontinuierlich an veränderte Umweltbedingungen anpasst. Lichtquelle, Wasserverfügbarkeit und Bodenneigung werden zu gestalterischen Werkzeugen. Die Arbeit verbindet Naturwissenschaft,  Interaktion und Grafikdesign zu einer explorativen Lernumgebung, die biologische Zusammenhänge verständlich, ästhetisch und intuitiv erfahrbar macht.

Beide Projekte zeigen, wie komplexe Themen unaufgeregt zugänglich gemacht werden und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.