Öffentliche Ringvorlesung (SoSe 2026) Queer_Feministische (Denk)Bewegungen – widersprüchliche Verbindungen mit und Impulse für Soziale(r) Arbeit

15.06.2026
18:00 Uhr - 20:00 Uhr

Feministische Gemeinwesenarbeit – eine Form des Widerstands?

Hannah Wachter

Die anhaltend hohe Prävalenz geschlechtsbezogener Gewalt, die völkerrechtliche Verpflichtung zu Präventionsmaßnahmen (Istanbul-Konvention) sowie die Bedeutung informeller Beziehungen für Gewaltbetroffene und für die Bearbeitung von Gewaltverhältnissen bilden den Hintergrund für das sozialarbeiterische Handlungskonzept »StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt« (©Sabine Stövesand, HAW Hamburg). Im Rahmen von Gemeinwesenarbeit wird das Potenzial sozialer Beziehungen und sozialer Netzwerke in lokalen Gemeinwesen zum Ausgangspunkt von Prävention und Intervention bei Gewalt im Geschlechterverhältnis. Im Zentrum von StoP stehen zudem die Infragestellung und Reflexion von Geschlechterverhältnissen insgesamt. Im Rahmen des Vortrags werden das StoP-Handlungskonzept vorgestellt und Forschungsergebnisse zur Perspektive aktiver Stadtteilbewohnerinnen auf ihr Engagement diskutiert. Begleitend wird die Frage gestellt, wie und ob sich feministischer Widerstand und Widerständigkeit im Rahmen von Gemeinwesenarbeit ausformt.

Dr.in Hannah Wachter ist Sozialarbeiterin österreichisch/ungarischer Herkunft mit jahrelanger Praxiserfahrung in der ambulanten Psychiatrie, im Gewaltschutz sowie in der feministischen Gemeinwesenarbeit. Sie arbeitet mittlerweile an der HS Niederrhein mit den Lehr- und Forschungsschwerpunkten Gewalt im Geschlechterverhältnis, Gemeinwesenarbeit & Community Organizing und sozialökologische Transformation im Kontext Sozialer Arbeit.

Soziale Arbeit ist in ihrer Geschichte und Entwicklung eng mit queer_feministischen Bewegungen verknüpft – auch wenn das oftmals unsichtbar bleibt. Gleichzeitig führen die damit einhergehen Prozesse der Institutionalisierung zu widersprüchlichen Dynamiken (das kann insgesamt in Bezug auf Impulse aus Sozialen Bewegungen analysiert werden), denn Soziale Arbeit nimmt immer auch eine Ordnungs-, Normalisierungs- und Kontrollfunktion ein. Für queer_feministisch orientierte Soziale Arbeit folgt damit sowohl in Praxis als auch in Theorie und Wissenschaft eine gleichzeitig etablierte und prekäre sowie paradoxe und konfliktreiche Position. Um uns mit diesem komplexen Zusammenhang auseinanderzusetzen, finden von Mitte April bis Mitte Juni 2026 im Rahmen einer Ringvorlesung an fünf Montagen, 18-20 Uhr, in der Aula am Campus Kleefeld öffentliche Vorträge mit anschließendem Austausch statt, die für alle Interessierten geöffnet sind.

 

Wichtiger Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Organisationen und/oder der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, queerfeindliche, ableistische, antisemitische, rassistische, nationalistische oder sonstige menschenfeindliche Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Ton-, Film-, Foto- und Videoaufnahmen sind nicht erlaubt.

Veranstal­tungs­ort

Hochschule Hannover

Prof.in Dr. Ioanna Myrto Menhard (HSH, Abteilung Soziale Arbeit)
Blumhardtstraße 2
30625 Hannover
Offen für alle Interessierten, keine Anmeldung erforderlich
Aula