Öffentliche Ringvorlesung (SoSe 2026) Queer_Feministische (Denk)Bewegungen – widersprüchliche Verbindungen mit und Impulse für Soziale(r) Arbeit

01.06.2026
18:00 Uhr - 20:00 Uhr

Geschlechtliche Vielfalt in der Schule

Sannik Ben Dehler

Wie erleben trans*, inter* und nicht-binäre Schüler*innen den Schulalltag und welche Strategien entwickeln sie, um mit Diskriminierungserfahrungen umzugehen? Im Vortrag von Sannik Ben Dehler geht es um die Handlungsspielräume von TIN* Jugendlichen im Bildungssystem sowie um die Rolle von Pädagog*innen: Wie können diese die Handlungsspielräume im Umgang mit Dominanzkultur erweitern? Ausgehend von empirischen Erkenntnissen aus dem Forschungsprojekt „Gender 3.0 in der Schule" wird aufgezeigt, wie Fachkräfte Verantwortung übernehmen können, um Bildungsteilhabe zu ermöglichen. Der Vortrag verdeutlicht, dass der Umgang der Schule mit Vielfalt entscheidend dafür ist, ob TIN* Schüler*innen ihre Erfahrungen artikulieren und einordnen können – oder ob sie Strategien des Aushaltens und Entziehens entwickeln müssen. Abschließend stellt Sannik Ben Dehler Handlungsorientierungen für eine beziehungsorientierte, diskriminierungskritische Bildung vor, die TIN* Jugendlichen erweiterte Handlungsspielräume eröffnen und Fachkräfte zugleich in der Wahrnehmung institutioneller Verantwortung stärken.

Sannik Ben Dehler ist Sozialarbeiter, Autor, Antidiskriminierungstrainer, systemischer Therapeut sowie angehender Supervisor. Sannik hat Soziale Arbeit und Gender Studies studiert und promoviert in Erziehungswissenschaft an der Europa-Universität Flensburg. Nach über zehn Jahren Tätigkeit in der queeren Jugendhilfe und politischen Bildung arbeitet Sannik Ben Dehler seit 2021 und bis April 2026 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Gender 3.0 in der Schule“.

Soziale Arbeit ist in ihrer Geschichte und Entwicklung eng mit queer_feministischen Bewegungen verknüpft – auch wenn das oftmals unsichtbar bleibt. Gleichzeitig führen die damit einhergehen Prozesse der Institutionalisierung zu widersprüchlichen Dynamiken (das kann insgesamt in Bezug auf Impulse aus Sozialen Bewegungen analysiert werden), denn Soziale Arbeit nimmt immer auch eine Ordnungs-, Normalisierungs- und Kontrollfunktion ein. Für queer_feministisch orientierte Soziale Arbeit folgt damit sowohl in Praxis als auch in Theorie und Wissenschaft eine gleichzeitig etablierte und prekäre sowie paradoxe und konfliktreiche Position. Um uns mit diesem komplexen Zusammenhang auseinanderzusetzen, finden von Mitte April bis Mitte Juni 2026 im Rahmen einer Ringvorlesung an fünf Montagen, 18-20 Uhr, in der Aula am Campus Kleefeld öffentliche Vorträge mit anschließendem Austausch statt, die für alle Interessierten geöffnet sind.

 

Wichtiger Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Organisationen und/oder der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, queerfeindliche, ableistische, antisemitische, rassistische, nationalistische oder sonstige menschenfeindliche Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Ton-, Film-, Foto- und Videoaufnahmen sind nicht erlaubt.

Veranstal­tungs­ort

Hochschule Hannover

Prof.in Dr. Ioanna Myrto Menhard (HSH, Abteilung Soziale Arbeit)
Blumhardtstraße 2
30625 Hannover
Offen für alle Interessierten, keine Anmeldung erforderlich
Aula