Öffentliche Ringvorlesung (SoSe 2026) Queer_Feministische (Denk)Bewegungen – widersprüchliche Verbindungen mit und Impulse für Soziale(r) Arbeit

18.05.2026
18:00 Uhr - 20:00 Uhr

Grenzbearbeitungen – ‚ganz normal‘, subversiv, radikal ...

Susanne Maurer

Der Vortrag erinnert an die herrschaftskritisch-feministischen Impulse, die die Denkfigur der „Grenzbearbeitung“ inspiriert haben. Es geht dabei nicht nur um eine bestimmte Wahrnehmung und Analyse komplexer Verhältnisse von Ungleichheit und Differenz. Vielmehr geraten auch Praktiken der ‚Bearbeitung‘ dieser Verhältnisse in den Blick - der alltägliche Umgang damit, das Verteidigen und Aufrechterhalten, die listige (Um-)Nutzung, der Versuch Spielräume zu erweitern, der Kampf um weitreichende(re) Veränderung ... Der Vortrag diskutiert dies am Beispiel feministisch inspirierter Sozialer Arbeit, und reflektiert dabei auch unterschiedliche generationale Erfahrungen.

Prof. i. R. Dr. Susanne Maurer war von 2004 bis 2022 Professorin für Sozialpädagogik an der Universität Marburg. Sie war und ist engagiert in inner- wie außeruniversitären feministischen Kontexten und Zusammenhängen einer sich (selbst)kritisch verstehenden Sozialen Arbeit.

Soziale Arbeit ist in ihrer Geschichte und Entwicklung eng mit queer_feministischen Bewegungen verknüpft – auch wenn das oftmals unsichtbar bleibt. Gleichzeitig führen die damit einhergehen Prozesse der Institutionalisierung zu widersprüchlichen Dynamiken (das kann insgesamt in Bezug auf Impulse aus Sozialen Bewegungen analysiert werden), denn Soziale Arbeit nimmt immer auch eine Ordnungs-, Normalisierungs- und Kontrollfunktion ein. Für queer_feministisch orientierte Soziale Arbeit folgt damit sowohl in Praxis als auch in Theorie und Wissenschaft eine gleichzeitig etablierte und prekäre sowie paradoxe und konfliktreiche Position. Um uns mit diesem komplexen Zusammenhang auseinanderzusetzen, finden von Mitte April bis Mitte Juni 2026 im Rahmen einer Ringvorlesung an fünf Montagen, 18-20 Uhr, in der Aula am Campus Kleefeld öffentliche Vorträge mit anschließendem Austausch statt, die für alle Interessierten geöffnet sind.

 

Wichtiger Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Organisationen und/oder der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, queerfeindliche, ableistische, antisemitische, rassistische, nationalistische oder sonstige menschenfeindliche Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Ton-, Film-, Foto- und Videoaufnahmen sind nicht erlaubt.

Veranstal­tungs­ort

Hochschule Hannover

Prof.in Dr. Ioanna Myrto Menhard (HSH, Abteilung Soziale Arbeit)
Blumhardtstraße 2
30625 Hannover
Offen für alle Interessierten, keine Anmeldung erforderlich
Aula