Öffentliche Ringvorlesung (SoSe 2026) Queer_Feministische (Denk)Bewegungen – widersprüchliche Verbindungen mit und Impulse für Soziale(r) Arbeit

27.04.2026
18:00 Uhr - 20:00 Uhr

Angriff als Verteidigung: Die anti-queere Ideologie der Zweigeschlechtlichkeit

Hannah Engelmann-Gith

Von russischen Oligarchen bis zu amerikanischen Tech-Milliardären, von christlichen Fundamentalist_innen bis zu Nationalkonservativen und Rechten: Sie alle fühlen sich bedroht. Der angebliche Quell ihrer Ängste? Queer-Feminist_innen, die die vermeintliche Eindeutigkeit der Zweigeschlechtlichkeit in Frage stellen. Weil anti-queere Akteur_innen meinen, sich vor Veränderungen schützen zu müssen, bekämpfen sie Gender Studies und Sexualpädagogik ebenso wie geschlechtergerechte Sprache und die Selbstbestimmung von trans*, inter* und nicht-binären Personen.

Wie kommen Menschen dazu, zu behaupten, Queer wäre eine Gefahr für die Kinder, die Familie und die Zukunft der Gesellschaft? Und warum sind anti-queere Kräfte so interessiert daran, Menschen ins Abseits zu drängen, die nicht in ihr Geschlechterbild passen? Diesen Fragen geht der Vortrag nach.

Hannah Engelmann-Gith ist freie Wissenschaftlerin und Bildungsarbeiterin. Sie erforscht anti-queere Ideologie, sensibilisiert Fachkräfte für geschlechtliche Vielfalt und stärkt als Beraterin, Moderatorin und Trainerin queere Menschen und Strukturen.

Soziale Arbeit ist in ihrer Geschichte und Entwicklung eng mit queer_feministischen Bewegungen verknüpft – auch wenn das oftmals unsichtbar bleibt. Gleichzeitig führen die damit einhergehen Prozesse der Institutionalisierung zu widersprüchlichen Dynamiken (das kann insgesamt in Bezug auf Impulse aus Sozialen Bewegungen analysiert werden), denn Soziale Arbeit nimmt immer auch eine Ordnungs-, Normalisierungs- und Kontrollfunktion ein. Für queer_feministisch orientierte Soziale Arbeit folgt damit sowohl in Praxis als auch in Theorie und Wissenschaft eine gleichzeitig etablierte und prekäre sowie paradoxe und konfliktreiche Position. Um uns mit diesem komplexen Zusammenhang auseinanderzusetzen, finden von Mitte April bis Mitte Juni 2026 im Rahmen einer Ringvorlesung an fünf Montagen, 18-20 Uhr, in der Aula am Campus Kleefeld öffentliche Vorträge mit anschließendem Austausch statt, die für alle Interessierten geöffnet sind.

 

Wichtiger Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Organisationen und/oder der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, queerfeindliche, ableistische, antisemitische, rassistische, nationalistische oder sonstige menschenfeindliche Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Ton-, Film-, Foto- und Videoaufnahmen sind nicht erlaubt.

Veranstal­tungs­ort

Hochschule Hannover

Prof.in Dr. Ioanna Myrto Menhard (HSH, Abteilung Soziale Arbeit)
Blumhardtstraße
30559 Hannover
Offen für alle Interessierten, keine Anmeldung erforderlich
Aula

Tim Piepenbrink