Chemie und Instrumentelle Analytik

Das Chemische Laboratorium der Abteilung Bioverfahrenstechnik ist für die Ausbildung in Chemie und Instrumenteller Analytik für alle Studiengänge am Standort Ahlem verantwortlich.

Vorlesungen:

  • Grundlagen Chemie

  • Organische Chemie

  • Biochemie

  • Lebensmittelchemie

  • Lebensmittelanalytik

  • Instrumentelle Analytik

  • Qualitätssicherung von Lebensmitteln

  • Ernährung und Lebensmittelqualität

  • Pflanzenbasierte Inhaltsstoffe

Laborpraktika: 

Im Chemischen Labor wird im 1. Semester ein Grundlagenpraktikum absolviert. Im Bachelorstudiengang Future Food System werden im 2. & 3. Semester die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln analysiert. Im Masterstudiengang Future Food Systems wird ein Laborpraktikum "Instrumentelle Analytik" angeboten. 

Außerdem werden hier auch chemische Analysen zu Forschungszwecken durchgeführt.

Das Team

Interessante Techniken

Tierartendifferenzierung mittels Microarray

Bei der Microarray-Technik handelt es sich um eine neue Analysenmethode bei der Moleküle, die den Analyten einfangen können (z.B. komplementäre DNA-Stränge, Antigen-Antikörperreaktion oder die Form des Moleküls als Aptamere), auf einen Glasobjektträger gespotet werden. Der Objektträger wird in die Probelösung getaucht und der am Spot gebundene Analyt mit einem Fluoreszenzfarbstoff im Microarray-Scanner detektiert. Dies ermöglicht eine schnelle Detektion von vielen Analyten auf kleinstem Raum des Objektträgers in einem Schritt.

In einem Praktikumsversuch wird ein handelsüblicher Microarray („Biochip“) zur Tierartendifferenzierung in Lebensmittelprodukten mit Fleisch mit den Studierenden durchgeführt. Dabei erlaubt ein gleichzeitiger Nachweis der 8 Tierarten Esel, Pferd, Kuh, Schwein, Huhn, Truthahn, Schaf und Ziege auf einem Biochip mit niedrige Nachweisgrenze (0,5 – 1 %) die Identifizierung geringster tierischer Bestandteile in Lebensmitteln.

Als Messprinzip wird dabei das Fragments des Cytochrome b Gens, welches für die entsprechende Tierart spezifisch ist, auf der aus den Proben extrahierten DNA mittels PCR (Polymerase Chain Reaktion) vervielfältigt und mit Primern Fluoreszens-markiert. Nach der Bindung (Hybridisierung) der amplifizierten, markierten PCR-Produkte an den komplementären DNA-Spots auf dem Biochip können durch Scannen bei zwei Wellenlängen 532 (Cy3) und 635 nm (Cy 5) positiv leuchtende Spots einer bestimmten Tierart zugeordnet werden.

Mikrowellengestützte Schnellmethode zur Fettextraktion

Das im Chemie-Labor vorhandene ETHOS.lab Mikrowellensystem der Fa. MWS Vertriebs GmbH (= MLS GmbH) wird u.a. zum halbautomatischen Aufschluß- und Bestimmungsverfahren von Fett aus z.B. Speisequark, Käse, Jogurt und anderen komplizierten Matrices eingesetzt, bei denen sonst die etablierten Referenz-Fettextraktionsmethoden nach Weibull-Stoldt und Schmid-Bondzynski-Ratzlaff oder bei der Bestimmung des Fettgehaltes von Milch die Referenzmethode nach Röse-Gottlieb zur Anwendung kommen würden. Der gleichzeitige Säureaufschluss und Fettextraktion in die Lösungsmittelphase in einem Schritt unter Mikrowellen-Einwirkung und starkem Rühren sowie dem Abdampfen des Lösungsmittels, sorgen für eine hohe Zeitersparnis und Erhöhung der Arbeitssicherheit im Vergleich zu den aufwendigen Referenzmethoden.

N/C-Bestimmung nach Dumas (Proteingehalt)

Das Verbrennungsverfahren nach Dumas ist ein traditionelles, sicheres, umweltfreundliches und amtlich anerkanntes Routineverfahren zur Bestimmung des Gesamtstickstoffgehaltes von verschiedensten Probenmatrices (bei uns vor allem Lebens- und Futtermittel und andere Naturstoffe) und des daraus zu berechnenden Proteingehaltes der Probe (Multiplikation mit einem spez. Faktor).

Dabei wird die Einwaage der Probe in einem Tiegel bei hohen Temperaturen (900 °C bis 1200 °C) unter Sauerstoffzufuhr vollständig verbrannt und die Verbrennungsgase durch verschiedene Reduktions- und Trocknungsschritte von störenden Bestandteilen (u.a. Feuchtigkeit, Fremdelementen) befreit. Der am Ende vorliegende molekulare Stickstoff wird mit Hilfe eines Wärmeleitfähigkeitsdetektor quantitativ erfasst, der Stickstoffgehalt auf die Einwaage bezogen berechnet und am PC direkt nach der Analyse ausgegeben. Aus dem Ergebnis wird durch Multiplikation mit einem spez. Faktor wie beim Referenzverfahren nach Kjeldahl der Proteingehalt der Probe berechnet.

Im Vergleich zum klassischen, nasschemischen und zeitaufwendigen Referenzverfahren zur Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl, bei dem die Probe durch Kochen u.a.in hochprozentiger Schwefelsäure aufgeschlossen wird, zeichnet sich das Dumas-Verfahren durch einen erheblich geringeren Arbeitsaufwand, höhere Automatisation, Zeitersparnis und besonders durch eine höhere Arbeitssicherheit aus (keine aggressiven Chemikalien oder besondere Laborausstattung nötig).

 

Ausstattung

Trockenmasse-Bestimmung
2 Trockenschränke T6060, T6120 von Heraeus Instruments GmbH
Infrarot- Trockenmassebestimmungsgerät Mettler LP 16 (Trocknungsgerät), Mettler PM 100 (Waage) und Drucker GA 42 Printer von Mettler - Toledo GmbH

Veraschung
Mikrowellen-Ascheofen PYRO.start von MLS GmbH
Muffelofen von Heraeus Instruments GmbH

Protein-Bestimmung nach Kjeldahl
3 Kjeldahl-Aufschlussblöcke 425 Digestor und 430 Digestor von Büchi Labortechnik GmbH
3 Kjeldahl-Destillen KjelFlex K-360, Destillation Units 323 und
Destillation Units 324 von Büchi Labortechnik GmbH
Scrubber (Gaswäscher) B-414 von Büchi Labortechnik GmbH

N/C-Bestimmung nach Dumas
Dumas Gerät rapid MAX N exceed von Elementar Analysensysteme GmbH

Fettextraktion
Ex-geschützte Sicherheits-Zentrifuge mit Steuereinheit Super Vario N von Funke - Dr. N. Gerber Labortechnik GmbH
Wasserbad ETC von Dinkelberg Analytics GmbH
Mikrowellen-Fettextraktion ETHOS.lab von MLS GmbH
Kühlwasserbad für Fettextraktion FLP250 von JULABO GmbH

UV/VIS-Photometrie/Enzymatik
2 Hochauflösende registrierende Spektralphotometer Uvikon 931, 933 von Kontron Instruments

Kryoskopie
Gefrierpunktsmessgeräte Cryostar I von Funke - Dr. N. Gerber Labortechnik GmbH

Polarimetrie
Digitales Kreispolarimeter MCP 200 von Anton Paar GmbH

Hochleistungs-Flüssigchromatographie
2 HPLC-Anlagen präparativ und analytische Anlage La Chrom Elite von Merck Hitachi mit verschiedenen Detektionseinheiten

Gas-Chromatographie
Gaschromatograph Varian 3900 von Agilent Technologies Inc

Elektrophorese (IEF/SDS-PAGE)
Power Supply EPS 3500 von Pharmacia
Power Supply Blue Power 3000 von Serva Elektrophoresis GmbH
Gelschüttler Kick II von Serva Elektrophoresis GmbH
Kühlwasserbad WKL 230 von Lauda
Videodensitometer BioDocAnalyze von Biometra GmbH (Analytik Jena AG)
Kapillarelektrophorese-Anlage P/ACE™ MDQ Capillary Electrophoresis System von Beckmann Coulter Inc.

Karl-Fischer-Titration
Karl-Fischer-Titrator DL 38 von Mettler - Toledo GmbH

PCR
Thermocycler Biometra von Analytik Jena aG

ELISA
Mikrotiterplatten Reader VERSA max von MDS Analytics Technologics GmbH

Microarray (Biochip)
Mikroarray Scanner Genepix personal 4100 A von Molecular Devices GmbH

Hitzeindikatoren bei Milchprodukten
Fluorescenz-Photometer FLM 200 "Fluorophos-Methode" + Thermoblock von Advanced Instruments Inc. USA

Sonstige u.a.
Lactostar von Funke - Dr. N. Gerber Labortechnik GmbH
Schlagsahneprüfgerät Standard A-Lift von JANZ- Präzisionstechnik GmbH