Jurtopia: Darstellung des Lebens in einer Jurte durch immersive Medien



Simon Eymann


Die Bachelorarbeit untersucht, wie das Leben in einem Jurtendorf in Süddeutschland mithilfe immersiver Technologien erfahrbar gemacht werden kann, und reflektiert welche gestalterischen sowie ethischen Chancen und Grenzen dabei bestehen. Vor dem Hintergrund einer digital beschleunigten Mediengesellschaft wird das Potenzial von Virtual Reality (VR) als entschleunigende Darstellungsform analysiert. Der praktische Teil umfasst die prototypische Entwicklung einer interaktiven Virtual Reality-Umgebung in Unity, basierend auf einem mittels Photogrammetrie erstellten 3D-Modell einer Jurte, ergänzt durch 360-Grad-Videoaufnahmen. Ziel ist es, den Alltag einer Familie in einer Jurte räumlich erlebbar zu machen und Rezipierenden eine eigenständige Annäherung an diese Lebensform zu ermöglichen. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass immersive Medien grundsätzlich geeignet sind, ein entschleunigtes, alternatives Lebenskonzept journalistisch zu vermitteln, da sie Aufmerksamkeit bündeln, Präsenz erzeugen und eine Auseinandersetzung mit Raum und Alltag ermöglichen. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Grenzen hinsichtlich technischer Komplexität, Zugänglichkeit, Produktionsaufwand sowie ethischer Verantwortung insbesondere im Umgang mit Nähe, Authentizität und möglicher Überforderung der Rezipierenden. Insgesamt verdeutlicht die Arbeit das Potenzial immersiver journalistischer Formate als alternative Erzählform jenseits beschleunigter Medienlogiken, weist zugleich aber auf ihre derzeitige Rolle als spezialisiertes und kontextabhängiges Nischenformat hin.

Simon Eymann


Bachelor Visual Journalism and Documentary Photography

Erstprüfer: Prof. Michael Hauri
Zweitprüfer: Florian Müller